Reiner Berlips

Viele Menschen in Osterholz werden Reiner Berlips kennen. Er ist schon seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr. Zusätzlich engagiert er sich für die "Rebels", das Football-Team des OT Bremen. Doch natürlich gibt es über ihn noch viel mehr zu erzählen. Deshalb haben wir ihn für BORiS interviewt.

 

Was gefällt Ihnen in Osterholz?

Ich mag die Vielschichtigkeit des Stadtteils. Von Einfamilienhäusern bis zum Geschosswohnungsbau ist alles vorhanden – damit gibt es auch ganz unterschiedliche gesellschaftliche Strukturen. Oft wird Osterholz auf Tenever reduziert, aber der Stadtteil hat ja viel mehr zu bieten. Es gibt viele ruhige und schöne Ecken und sogar Naturschutzgebiete. In Tenever hat sich vieles verbessert. Wir von der Freiwilligen Feuerwehr stellen fest, dass es vor der Sanierung zahlreiche Keller- und Tiefgaragenbrände gab, um die wir uns kümmern mussten. Das ist nach der Sanierung kaum noch der Fall. Die Menschen fühlen sich jetzt wohler, und damit sinkt auch die Zahl der Brandstiftungen.

 

Was würden Sie in Osterholz ändern, wenn Sie könnten?

Da gibt es aus der Perspektive der Freiwilligen Feuerwehr so einiges. Ich würde mir vor allem mehr Wertschätzung von der Ortsamtsleitung wünschen. Das Thema „Integration“ steht hier im Stadtteil sehr im Mittelpunkt. Das ist auch gut und wichtig, aber wir Rettungskräfte haben keine so gute Lobby. Wir wünschen uns mehr Berichterstattung über das, was bei uns passiert. Wenn ein Feuerwehrkamerad Jubiläum hat, bedeutet das, dass er viele Jahre ehrenamtlich viel Zeit geopfert und manchmal sogar Leben und Gesundheit riskiert hat, um andere zu schützen. In anderen Stadtteilen wird das mehr gewürdigt.

Veranstaltungen, an denen wir gerne teilnehmen würden – wie zum Beispiel Sommerfeste – werden manchmal so gelegt, dass wir das nicht können. Immerhin sind wir von der Freiwilligen Feuerwehr berufstätig und haben daher erst nach Feierabend oder am Wochenende Zeit. Würden solche Veranstaltungen an einem Samstag stattfinden, würde das die Teilhabe der FF ermöglichen.

Auch unsere Ausstattung lässt zu wünschen übrig. Wir haben zu wenig Platz. Das Üben – gerade auch für die Jugendfeuerwehr – ist auf unserem Gelände nicht möglich. Außerdem sind wir in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohngebäuden angesiedelt. Das ist für alle Beteiligten problematisch.

 

Was ist Ihnen besonders wichtig?

Die innere Sicherheit zu stärken und die Jugendarbeit zu fördern. Wir freuen uns übrigens auch immer über neue Mitglieder.

 

Womit beginnt Ihr perfekter Tag?

Mit einem schönen, ausgiebigen Frühstück.

 

Was lesen Sie gerade?

Zum Lesen fehlt mir oft die Zeit. Wenn, sind es Fachbücher oder Fachzeitschriften.

 

Gibt es einen aktuellen Lieblingsfilm und Lieblingsmusik?

Ich höre gerne Musik. Mein absoluter Lieblings-Hit ist immer noch „Ain’t Nobody“ von Chaka Khan.

 

Welches Land fasziniert Sie und warum?

Ganz klar die USA. Mich fasziniert die Weitläufigkeit, die Natur, die unterschiedlichen Landschaften und die vielen Sehenswürdigkeiten. Und als Feuerwehrmann sehe ich, welche Wertschätzung meinen Kolleginnen und Kollegen in Nordamerika entgegengebracht wird. Das würde ich mir für uns hier auch wünschen.

 

Was würden Sie gerne mal tun?

Jetzt werde ich beruflich: Ich würde gern das Liegenschaftswesen in Bremen ändern. Das ist eine relativ komplexe Materie. Kurz gesagt: Es gibt Prozesse, die so nicht funktionieren und dafür sorgen, dass die vor Ort tätigen Menschen und Institutionen gegenüber den verantwortlichen Einrichtungen der Stadt, gegeneinander „ausgespielt“ werden und grundsätzliche Rahmenbedingungen nicht bekannt sind und so auch nicht verändert werden. Gerade in Bezug auf die Errichtung neuer Gebäude wie Schulen oder eben einer Liegenschaft für die Freiwillige Feuerwehr könnte durch eine Änderung einiges viel besser laufen.

 

Haben Sie ein Lieblings-Zitat oder eine Lebensweisheit?

„Jedes Extrem ist nicht gut“.

 

Mit wem würden Sie gerne mal einen Tag lang tauschen?

Ich wäre gern mal Bürgermeister. Nicht um zu regieren, sondern um diesem Amt mehr ressortübergreifende Entscheidungskompetenz zu verleihen.

 

Was machen Sie nach einem anstrengenden Tag?

Ich lasse den Tag mit der Familie ausklingen. Dabei wird dann aber auch noch viel über das Ehrenamt gesprochen.

 

Das Interview führte Wiebke Brüssel

 

Zur Person: Reiner Berlips ist verheiratet und hat drei Kinder. Er arbeitet bei Immobilien Bremen und engagiert sich ehrenamtlich als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Osterholz, ist im Landesfeuerwehrverband 2. Vorsitzender, stellvertretender Bereichsführer der Freiwilligen Feuerwehren der Stadtgemeinde Bremen und Abteilungsleiter des Football-Team der Rebels im OT Bremen. Er wohnt in Osterholz.

 

Kommentare   

0 #1 Ulrich Schlüter 2018-10-01 08:57
Über die Aussage von Herrn Berlips bin ich sehr überrascht. Trotz zweimaliger schriftlicher Aufforderung hat er sich nicht schriftlich hierzu bei mir geäußert und diese Behauptung näher erläutert. Die Wertschätzung, die die Freiwillige Feuerwehr vom Ortsamt und auch vom Beirat erhält, möchte ich wie folgt darlegen:
Bei der Verabschiedung eines Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr (stellvertretenden Wehrleiter) hatte ich mich bemüht, ein Grußwort des Innensenators zu erhalten. Mir wurde damals mitgeteilt, dies sei nicht üblich. Bei der Verabschiedung des Kameraden war ich mit sämtlichen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in einem Hotel an der Rennbahn Vahr. Dies war Samstagabends und ich habe sowohl ein Grußwort gesprochen als auch ein Geschenk überreicht (vor ca. 1 ½ Jahren).
Zudem hatten wir beim Neujahrsempfang des Ortsamtes vor 2 Jahren den Stadtteilbesuch unseres Ehrengastes, der Abgeordneten Frau Motschmann, bei der Freiwilligen Feuerwehr in Osterholz durchgeführt. Auch dort war ich dabei mit Beiratsvertretern. Anschließend gab es sogar eine Einladung der Bundestagsabgeordneten an verschiedene Kameraden der Wehr. Auch an dieser Fahrt habe ich teilgenommen und mich lange mit den Kameraden unterhalten.
Überdies wird die Freiwillige Feuerwehr jedes Jahr zum Neujahrsempfang des Ortsamtes eingeladen als Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit. Vor ca. 2 Jahren hatte ich eine Veranstaltung aller Freiwilligen Feuerwehren Bremens in der benachbarten evangelischen Melanchthon-Gemeinde. Auch dort bin ich abends gewesen während der gesamten Zeit und habe ein Grußwort gesprochen.
Allerdings ist es so, dass weder das Ortsamt noch der Beirat größere Geldmittel haben, so dass wir auch nicht so hohe Zuwendungen, wie vielleicht in den WiN-Gebieten möglich, über Globalmittel ausreichen können. Trotzdem wird auch die Freiwillige Feuerwehr regelmäßig bedacht. Bei entsprechenden Anfragen an das Ortsamt versuche ich dem gerecht zu werden, da wir ca. 80 Vereine haben und versuche auch bei Einladungen teilzunehmen. Sollte dies nicht möglich sein, wie bei einer Anfrage vor einigen Monaten, so sorge ich für Vertretung, in diesem Fall von einem Beiratsmitglied.
Überdies schätze ich auch die ehrenamtliche Arbeit. Schließlich ist auf Initiative des Ortsamtsleiters das THW-Ost in diesem Jahr für den Bürgerpreis vorgeschlagen worden, auch wenn der Preis dieses Jahr in einen anderen Stadtteil gegangen ist. Schließlich wird ein Stadtteilbesuch des Bürgermeisters geplant. Auch dort ist ein Vorschlag bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Vor diesem Hintergrund kann ich die Kritik von Herrn Berlips von der Freiwilligen Feuerwehr nicht nachvollziehen und bitte daher gerne um schriftliche Rückäußerung, wann ich eine Anfrage der Freiwilligen Feuerwehr nicht beantwortet habe oder einer Bitte nicht nachgekommen bin. Gerne auch wieder über die BürgerOnlineRedaktion.
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